Historie

Die Existenz der „Hunde mit Ridge“ (Rückenstreifen) ist über eine lange Zeit zurückzuverfolgen und ist belegt.

Alte Ägypter und Phoenizier beschreiben in ihren Erzählungen bereits „Hunde mit seltsamer Haarformation auf dem Rücken“ und es gibt etliche Abbildungen, auf denen man dies gut erkennen kann.

Schriftlicher Berichte portugiesischer Afrikareisender von 1480 ist zu entnehmen, dass es dort in Afrika einen „kleinen (ca. 50 cm hohen), hässlichen, hyänenartigen Hund“ gab, der zudem eine seltsame Haarbildung auf seinem Rücken hatte, bei der sich die Haare nach vorne neigten. Es soll das einzige Haustier der Ureinwohner gewesen sein, das überhaupt beschrieben wurde. Dieser Hund wurde zudem als „überaus treu und brauchbar“ beschrieben.

Weiter geht es in 1505. Aus zuverlässigen Quellen, Berichten und Abbildungen ergibt sich die Existenz der südafrikanischen Hunde der Hottentotten, die sich ebenfalls durch den „seltsamen Rückenstreifen“ (Ridge) auszeichneten.

Im 17. Jahrhundert erreichten Weiße das Kap und es wurde von den Hunden der Eingeborenen berichtet, die diesen „seltsamen Rückenstreifen“ trugen. Auffallend war die Bewunderung des Mutes dieser Hunde in Bezug auf Raubtiere. Schnell war diesen Leuten klar, dass diese mutigen Hunde unter den dortigen Umweltverhältnissen den aus Europa mitgebrachten Hunden sehr überlegen waren. Somit wurden die Hottentotten-Hunde alsbald übernommen und für ihre eigenen Belange genutzt.

Im 19. Jahrhundert ergaben sich „Vermischungen“ zwischen den europäischen Hunden und den Hottentotten-Hunden, die einen südafrikanischen Hund hervorbrachten, der der Zähigkeit und Ausdauer der ursprünglichen Hottentotten-Hunde sehr ähnlich war. Allerdings war dieser Hund um vieles größer. Die Farben: Meist einfarbig rot oder aber gestromt. Viele dieser Hunde trugen einen Ridge. Diese Hunde wurden von den weißen Siedlern gern zur Jagd und auch als Wachhund auf ihren Farmen eingesetzt.

David Livingstones im Jahre 1857 erschienene Werk „Missionary Travels in South Africa“ zeigt eine Jagdszene, in deren Vordergrund ein Hund mit einem eindeutigen Rückenstreifen (Ridge) zu erkennen ist.

Die äußere Gestalt der Hunde war damals allein bestimmt nach ihrem Gebrauchswert, eine moderne Zucht – wie man sie heute kennt – gab es damals noch nicht.

Obwohl der Ursprung des Rassekennzeichens so weit zurückzuverfolgen ist, so ist die Rasse Rhodesian Ridgeback hingegen sehr jung.

Bei uns wird der Rhodesian Ridgeback auch gern „Löwenhund“ genannt, denn er wurde in seinem Heimatland zur Jagd auf Löwen verwendet. In einer Meute jagend bestand die Aufgabe der Hunde darin, einen Löwen aufzuspüren, ihn zu stellen und ihn z. B. durch Scheinangriffe und Umkreisen möglichst so lange am Ausbrechen zu hindern bis der Jäger dazu kam und den Löwen erlegen konnte. Es ist ein Trugschluss zu glauben, die Hunde hätten mit den Löwen gekämpft – dies war nicht der Fall. Waren die Hunde nicht wendig und schnell genug, um den Angriffen des Löwen auszuweichen, wurden sie selber Opfer. Hierbei handelte es sich um eine sehr wirkungsvolle Auslese, die nicht nur das Äußere der Hunde, sondern auch wesentliche Charakterzüge bis zum heutigen Tage erhielt.

Der Missionar Charles Helm brachte 1879 zwei Ridgehunde vom Kap nach Südrhodesien (heute Zimbabwe). Dort wurde der bekannte Großwildjäger C. van Rooyen auf die Hunde aufmerksam und setzte diese Hunde bei der Jagd ein. Er kreuzte die Ridgehunde in seine Meute ein (Deutsche Doggen, Molosser und verschiedene europäische Jagdhunde).

Vererbt wurde meistens der Ridge (Rückenkamm). Immer mehr andere Jäger wünschten sich solche Hunde und so nahm die „Zucht“ immer größere Ausmaße an.

Um 1900 war der Bekanntheitsgrad dieser tollen Hunde schon sehr groß.

Die erste planmäßige Zucht begann 1915 durch Francis Richard Barnes in Bulawayo (SW-Rhodesien). Der Zwingername lautete „Eskdale“.

1922 wurde in Bulawayo durch die Initiative von Barnes der „Rhodesian Ridgeback Club“ gegründet. In demselben Jahr erarbeitete Barnes gemeinsam mit C. H. Edmonds und B. W. Durham den ersten Rassestandard für den Rhodesian Ridgeback. Als Vorbild für diesen Standard diente weitgehend der des damaligen Dalmatiners.

1924 wurde die Rasse „Rhodesian Ridgeback“ von der Kennel Union South Africa (KUSA) anerkannt und galt bis vor wenigen Jahren als einzige anerkannte südafrikanische Hunderasse.

50 Jahre nach Anerkennung der Rasse (1974) fiel in Deutschland der erste Wurf mit nachgewiesener Abstammung (Züchterin: Anne Müller, Helvesiek).