Agu hat im Mai 2008 ein neues Zuhause gefunden.

Alter: 2
Geschlecht: männlich kastriert: nein
Aufenthaltsort:
Stand:07.09.2009

Ich heiße Agu und das ist meine Geschichte.
Ich wurde am 23.04.2007 als fünfter von neun Welpen geboren und wurde ganz schnell der Liebling von meiner Mama Miss T. Tja, ich war schon damals ein großer Charmeur. Von meiner Mama habe ich wohl auch meine Leidenschaft fürs Buddeln, denn sie ist eine begnadete Mäusejägerin. Von meinem Papa habe ich mein gutes Aussehen vererbt bekommen. Er ist ein sehr stattlicher RR-Mann.

Ich bin dann nach 3 Monaten von Zuhause ausgezogen, zu einem jungen Ehepaar. Die Frau war damals schon schwanger, was sie aber meinem Züchter nicht gesagt hat.
Na ja, es kam wie es kommen musste. Meine neuen Eltern waren schon sehr bald mit mir überfordert und da sie auch keine Hundeschule mit mir besucht haben, war ich ein ziemlicher Freigeist. Aufgrund ihrer Schwangerschaft konnte mein neues Frauchen auch nicht  mehr soviel mit mir unternehmen, so das ich sehr wenig Kontakt zu Artgenossen hatte. Mein Herrchen war beruflich immer sehr viel unterwegs und hatte auch keine Zeit für mich. Mit der Geburt des Babys blieb dann gar keine Zeit mehr für mich. Bei den kurzen Ausflügen, die sie selten mit mir unternahmen, begegnete ich anderen Hunden und wusste überhaupt nichts mit ihnen anzufangen. Also, dachte ich mir, Angriff ist die beste Verteidigung.
Woher sollte ich auch wissen, dass ich das nicht darf?
Als ich dann vor kurzem in die Pubertät kam, wusste ich nicht wohin mit meiner Energie. Und Rüden mochte ich jetzt erst recht nicht mehr!
Da meine Familie mich auch sehr oft alleine gelassen hat, musste ich mich selber beschäftigen: Am liebsten habe ich Regenwürmer ausgebuddelt! Die Holztreppe im Haus musste auch dran glauben!
Mein Frauchen wusste jetzt gar nichts mehr mit mir anzufangen, zumal das Baby ja auch viel von ihr wollte. Außerdem bekam der kleine Mensch auch noch eine Allergie angeblich gegen meine Haare. Bah! Ich glaube, ich wurde ihnen einfach zuviel. Zumal ich mittlerweile 50 kg auf die Waage bringe und dabei auch noch ziemlich groß bin.
Mein Frauchen hat sich dann mit den Leuten von der Rhodesian Ridgeback-Hilfe e.V. in Verbindung gesetzt, nachdem mein Verkauf übers Internet nicht geklappt hat. Die Vereinsmitglieder haben sich noch bemüht, dass ich in meiner Familie bleiben kann, aber das wollten mein Frauchen und Herrchen nicht.
Eines Tages (06.04.08) kam dann Anita Koba zu mir nach Hause und ab ging die Post. Na ja, da ich Autofahren nicht kannte, wollte ich partout nicht in den Wagen einsteigen. Mein Herrchen hat mich dann in das Auto gehoben. Während der Fahrt war ich ziemlich aufgeregt und ein wenig schlecht wurde mir auch. Ich habe aber nicht gespuckt!!
Dann haben wir uns mit einer anderen Frau vom Verein getroffen. Verena, so heißt die Frau, wollte mich zu meiner neuen Pflegefamilie bringen. Na ja, einmal raus aus einem Auto wollte ich nicht wieder in ein anderes rein. 2 Stunden habe ich mich strikt geweigert, trotz der ganzen Leckerchen, die man mir vor die Nase gehalten hat. Irgendwann hatte ich dann ein Einsehen und bin wenigstens halb eingestiegen. Schwupps wurde mein Popo gepackt und zack saß ich im Auto. Die Ladys hatten mich ausgetrickst. Während der Fahrt lag ich artig auf der Rückbank und habe geschlafen. War ja auch bisher alles sehr anstrengend für mich!! Verena erzählte mir die ganze Zeit, was ich für ein lieber und wunderschöner RR bin. Für mich ist das ja nix neues!!

Nach drei Stunden kam ich dann in meiner neuen Pflegefamilie an! Die waren ganz schön erschrocken über mein prachtvolles Aussehen!!
Am nächsten Morgen kam dann wieder eine Frau vom Verein, Erika. Sie sprach mit der Pflegefamilie und dann kamen sie zu dem Schluss, das ich wohl besser bei Verena und ihrer Hündin Bonny einziehe. Laut meinen Vorbesitzern war ich ja mit Hündinnen verträglich. Leider bin ich das nicht.
So bin ich dann zu Frau Wirger gekommen, einer tollen Hundetrainerin, die mir das kleine Hunde-Einmaleins und den korrekten Umgang mit meinen Artgenossen näher bringen wollte.
Tja, was soll ich sagen? Sie hat einen ziemlich guten Job gemacht!! Dank der Bestechung aus meinem Futterbeutel habe ich schnell gelernt und dabei auch noch jede Menge Spaß gehabt!! Morgens hat sie mit mir geübt und jeden Abend kam dann Verena, um gemeinsam mit mir zu arbeiten. Verena hat mir auch versprochen, eine ganz tolle Familie für mich zu finden:

 Liebe Menschen, die immer für mich da sind, mit denen ich durch dick und dünn gehen kann.
Die mich liebevoll behandeln und bei denen ich ein Familienmitglied bin.

Und da ich genau solche Leute auch haben möchte, habe ich mich sehr angestrengt und ganz viel in kurzer Zeit gelernt. Das war manchmal richtig anstrengend! Vor allen Dingen weil ich noch so richtige Flausen im Kopf habe. Es gibt ja auch so viele spannende Sachen! Blumen, Vögel und vor allen Dingen meine Regenwürmer!! Na ja und meine Hormone spielen ja auch noch verrückt. Erika, Verena und Frau Wirger haben dann entschieden, dass man wenigstens die Hormonachterbahn ruhig stellt. Die nette Tierärztin war auch dafür und so bekam ich dann eine Spritze. Seitdem bin ich relaxter und kann besser lernen.
Mittlerweile steige ich mit Hilfe meines Futterbeutels auch schon schneller ins Auto ein und die ersten Kontakte mit Hündinnen fand ich klasse. Allerdings waren die erstmal zur Sicherheit hinter einem Zaun.
Besonders gefreut habe ich mich über Verenas Besuche. Ich wartete dann schon immer zur selben Uhrzeit auf sie. Sie hat auch mein Öhrchen verarztet. Fand ich zwar nicht so toll, aber Verena sagt: Was sein muss, muss sein. Ich habe dann auch stillgehalten, wenn sie diese komische Salbe einmassiert hat. Und dann haben wir gekuschelt wie die Weltmeister! Sie sagt über mich, ich sei ein ganz lieber verschmuster, menschenbezogener, wahrgewordener Ridgeback Traum und was ganz Besonderes. Das denke ich auch!

Nach vier Wochen habe ich dann Besuch von Thomas, Elena und Guisseppe erhalten. Sie haben leider ihren Ridgeback-Jungen auf sehr tragische Weise verloren. Akono musste viel zu früh über die Regenbogenbrücke gehen.
Thomas hat mich dann im Internet gefunden und wollte mich unbedingt kennen lernen! Tja, und dann standen die drei da vor mir. Und was soll ich sagen: Liebe auf den ersten Blick!! Clever wie ich bin, habe ich mich auch von meiner allerbesten Seite gezeigt und viele Bussis verteilt. Guisseppe fand ich richtig klasse!
Erika und Verena fanden die Familie auch sehr sympathisch und für mich geeignet. Anita ist dann zur Vorkontrolle zu Thomas nach hause gefahren, hat sich alles angekuckt und auch für passend befunden.
Also ziehe ich jetzt wieder um!! Ich bin schon sehr aufgeregt und freue mich riesig über meine neue tolle Familie, die mich schon ganz ungeduldig erwartet. Verena ist einbisschen traurig, aber sie weiß, dass ich es dort ganz toll haben werde. Sie hat gesagt, ein Traumhund braucht ein Traumzuhause!!
Meine Geschichte endet nicht an dieser Stelle, sondern fängt woanders nur neu an!

Euer Agu



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