Jack hat im Juli 2013 ein neues Zuhause gefunden.

Alter berechnet: 7 Erblickte im Februar 2011 das Licht der Welt.
Geschlecht: männlich kastriert: ja
Aufenthaltsort: NRW
Stand:23.12.2013
Hallo mein Name ist Jack und das ist meine Geschichte

Fangen wir mal ganz vorne an: Geboren wurde ich am 03.02.2011 in Köln. Ich bin also eine echte köll´sche Frohnatur. Aufgewachsen bin ich wohl recht normal bei meiner Mama und meinen Geschwistern.

Dann wurde ich verkauft, an eine Familie mit Kindern. Kurze Zeit danach wurde ich sehr krank und musste am Bein operiert werden. OCD im rechten Ellenbogen, sagt Ihr dazu. Das tat ganz schön weh. Leider hat meine Familie das alles nicht so ganz ernst genommen mit der Schonung und irgendwie ging es mir da nicht so gut. Da haben mich meine ersten Menscheneltern wieder weggeholt.  Die Schraube, die meinen Ellenbogen zusammenhalten sollte, ist doch glatt rausgebrochen, weil ich nicht geschont wurde. Also musste ich wieder unter das Messer. Nach der OP blieb ich erstmal wieder bei meiner Mama und durfte so gar nix machen, was junge Hunde in meinem Alter so machen. Kein Toben, kein Rumspringen. Nix! Öde, sage ich Euch.

Im November 2011 wurde ich dann wieder an ein Ehepaar verkauft. Aber irgendwie hatten die sich das mit mir anders vorgestellt. So von wegen erhabener RR und so. Die haben mich nach vier Wochen wieder an meine Mama zurückgegeben, weil ich noch nicht vernünftig an der Leine laufen konnte. Hallo??!! Da muss einem doch erst beigebracht werden. Hunde kommen nicht auf die Welt und können automatisch alles. Tse Tse!

Ja gut.. ich gebe es zu: Für einen Ridgeback soll ich sehr quirlig und auch echt gross sein. Töfte bin ich dennoch. 

Meine ersten Menscheneltern haben sich dann entschieden, Profis mit der Suche nach dem Zuhause für mich zu beauftragen. Die Rhodesian Ridgeback-Hilfe sollte es richten. Kann ja nicht sein, dass es für einen so hübschen RR-Rüden wie mich nix vernünftiges gibt.

Also trafen wir uns alle am 02.01.2012 mit Verena von der Rhodesian Ridgeback-Hilfe. Eine schicksalhafte Begegnung. Warum, das seht Ihr später.

Wir sind dann eine Runde Gassi gegangen und ich merkte, dass Verena nicht so ganz zufrieden mit mir war. Ich würde unrund laufen.. Ja, klar. Ich bin doch auch kein Ball!! Für mich war mein Gang so wie immer. Anders ging ja gar nicht.

Na ja, Flugs packte sie mich und meine Plün ein und wir fuhren los. Es ging weit raus aufs Land zur Martina. Die sollte meine Pflegemama werden bis ich ein neues Zuhause gefunden hatte. Da lernte ich als erstes den Crispel kennen. Einen stattlichen RR-Rüden. Eine richtig coole Socke! Einen Gandhi gab es da auch.

Wir haben es uns dann bei Martina in der Küche gemütlich gemacht und irgendwie fand auch Martina, dass ich komisch sass.  Die beiden Damen entschieden dann, dass ich ziemlich zügig zum Tierarzt müsste. Kann ja nicht sein, dass ein so junger Rüde nicht ordentlich die Haxen biegen kann.

Ich besuchte dann mit Martina  einen Tierarzt. Die dachten, ich hätte eine Verstauchung.  Allerdings wurde das auch nicht besser. Da Martina auf Zack ist, ist sie mit mir zu einer Bewegungskünstlerin für Hunde. Ihr nennt sie Physiotherapeutin.  Die kuckte und prüfte und sagte doch glatt, mit dem stimmt was nicht. Mittlerweile hatte ich wieder richtig Schmerzen und auch wenn ich das immer verstecken wollte, gelang es mir nicht . Ich war zwar immer gut drauf und habe wie ein Irrer rumgehippelt aber eben nur auf drei oder zwei Beinen. 

Also, wurde ich schlafen gelegt und in eine komische Röhre geschoben und komplett durchleuchtet. CT heisst das.  

Was da rauskam, war wohl nicht so gut, denn als Martina den Befund am Telefon Verena mitteilte, lief ganz viel nasses Zeug aus ihren Augen.  Da hiess es, dass ich beidseitig ganz schwere HD habe, OCD an beiden Knien und ED an beiden Ellenbogen. Da waren auch schon Arthrosen und Entzündungen überall.  Totalschaden!!!

Laut den Ärzten konnte man nix für mich chirurgisch tun, da jede OP einzeln mit anschliessender Ruhigstellung von bis zu 6 Monaten durchgeführt werden müsste. Das wären sechs OP mit 36 Monaten Auszeit!!!! Das konnte ich mir sogar ausrechnen, dass das nicht funktioniert. Hätte ich auch nicht mitgemacht! Ich wollte ja rumhippeln und so. Die komischen weissen runden Tabletten konnten mir aber auch nicht helfen.  Ich hatte richtig Aua! So ganz schlimm.

Verena hat dann wie eine Wilde rumtelefoniert und meine intimsten CT-Bilder durch ganz Deutschland geschickt. Sie wollte Zweit-Dritt-Viert-Fünft Meinungen. Die waren aber alle der gleichen Meinung: Chirurgisch kann man nix machen, zu kaputt bin ich. Wenn die weissen Dinger nicht helfen, muss man mich gehen lassen. Aehm.. wohin denn? Verena und die Leute der Rhodesian Ridgeback-Hilfe e.V. haben gesagt, dass bei einem einjährigen Hibbler das Regenbogenland nicht in Frage kommt. Und für eine köll´sche Frohnatur wie mich schon mal gar nicht. Da mein Aua aber immer stärker wurde, musste eine Lösung her.

Verena hat dann was gefunden, was vielleicht helfen könnte: Da bekommt man Gold in den Körper an wichtigen Punkten eingesetzt.. Das soll die Schmerzen lindern.   Einer der besten Ärzte dafür ist in Berlin und dann kam´s. Die haben sogar eine Praxis in meinem geliebten Köln. Also hat Verena da angerufen und meine Intimbilder hingeschickt. Und die meinten, bitte vorbeikommen. Wir schauen mal.

Verena war ganz aufgeregt und faselte was, von letzter  Chance. Also trafen Martina und ich uns wieder mit Verena, die lud mich wieder ein und wir düsten nach Köln. Da musste ich vorlaufen, wurde abgetastet und nochmal auf spezielle Weise durchleuchtet. War gar nicht gut, was die sahen. Ganz schlimmer Fall! Schlimmster Fall! Wahrscheinlich ist in meiner Genetik richtig was schief gelaufen. Dafür spricht auch meine Kiefernfehlstellung und mein Knick in der Rute.

ABER man wolle mir die Chance geben. Aber das wäre nicht ganz billig. Da ich ja arbeitsunfähig bin,  sagte Verena,  dass der Verein ja eh alle Rechnungen für mich übernimmt und ich bräuchte mir keine Gedanken zu machen. 

Als ich einschlief, hielt Verena meine Pfote und sie war die ganze Zeit bei mir, als mein Körper mit Gold und Platin veredelt wurde. Spritzen ins Gelenk gab es auch und by the way wurden auch meine Schmodderohren nachgekuckt.

Martina und ich hatten dann jede Menge Hausaufgaben auf. Meine nicht vorhandene Muskulatur aufbauen bei einem Bewegungskünstler.  Im Wasser! Ein RR! Puh…. Aber dank Martina fand ich das toll. Die ist nämlich super in positiver Verstärkung. Jaaaaaaaa.. da wird geklickert und das finde ich wirklich toll. Schonen musste ich mich dennoch.

Verena holte mich dann wieder ab und wir fuhren wieder in die Domstadt.  Kontrolle war angesagt! Ich fand das cool, auch wenn der komische Elch im Wartezimmer mich immer blöde angestarrt hat. Und was soll ich sagen? Es wurde langsam immer besser. Ab und an brauchte ich noch gegen die Entzündungen Gelenksinjektionen.  Tapfer habe ich das alles mitgemacht.

Leider wollte mich, abgeschreckt durch meine Krankheiten, lange keiner haben bis im Sommer 2012 ein Paar mich besuchte. Die fanden mich total toll und ich mochte sie auch. Die haben viel mit Martina und der Chefin von der RR-Hilfe, Erika, gesprochen und wurden von Birgit zuhause besucht. Als alles gut war, bin ich dann umgezogen.

Die Freude über ein eigenes Zuhause war gross. Ich fand das toll, auch wenn ich auch einwenig traurig war, Martina, Crispel und den Gandhi verlassen zu müssen. Da war es echt schön!

Aber als echter köll´scher Jung lautet das Motto: Ett kütt, wie ett kütt.

Am Anfang war auch alles schön, aber irgendwie lief bei uns was richtig schief. Mein neues Frauchen hat Angst vor mir bekommen, weil ich sie angeknurrt haben soll. Vor allem wenn es um mein Essen ging und wenn das passierte, nahm Herrchen mir mein Futter weg und es gab nix mehr.  Mein heiliges Futter! Weg! Und das obwohl ich Hunger hatte! Frechheit sowas!

Aber anstatt auf Martina, Verena und Birgit zu hören, haben die auf einmal so eine Rudelnummer abgezogen. Still und heimlich! Fand ich richtig doof und habe ich auch kundgetan. Ich war immer lieb und nett und dann machen die sowas mit mir! Da habe ich andere Seiten aufgezogen. Ressorcenverteidigendes Verhalten, nennen die Experten das. Aber das kennt Ihr doch auch: Wenn man Euch was wegnehmen will, was Euch lieb und teuer ist, dann werdet Ihr doch auch sauer?!

Eines Tages haben die dann gesagt, das geht so nicht weiter und ich muss weg. Frauchen wollte mir nämlich gar kein Futter mehr geben, wenn Herrchen arbeiten ist.   Als Verena das hörte, wurde sie echt sauer. So kannte sie mich gar nicht. Deshalb bat sie Eileen mich zu besuchen. Die trainiert Hunde. Sie war erschrocken, dass ich wieder nicht richtig sitzen konnte und wieder Aua hatte. Und über alles eigentlich.  Als die Leute von der RR-Hilfe den Bericht lasen, waren sie echt sauer. Aber nicht auf mich! Ich sollte dann erstmal zu einer Pflegefamilie ziehen. Birgit, meine Patentante, chauffierte mich Mitte November 2012 wieder raus aufs Land zu einer netten Familie.

Als wir da ankamen, wartete Verena schon auf uns! Ich dachte echt, die stalked mich. Sie wollte sich meinen Umzug ankucken und war dann total erschrocken, wie ich aussah: Viel zu dünn und Aua hatte ich auch wieder. Aber ich hatte schon wieder Pech. Vor Ort stellten wir dann fest,dass aus der Pflegestelle nix wird. Birgit, Verena und ich sassen Mitten  in der Pampa und wussten erstmal nicht recht weiter.  Boah, da haben die Ladies aber rotiert und ich bin dann mit Verena zur Fitti in den Pott gefahren.  Da habe ich kurze Zwischenstation gemacht so als Notfalllösung und dann musste ich leider in eine Hundepension. Da fand ich es echt blöd. Verena kam mich dann zwar jeden Tag besuchen, aber mir gings mental nicht gut. Ausserdem hatte ich wieder starke Schmerzen. Also wieder im Dezember nach Köln und Spritzen.

Verena hat dann gesagt, so geht das nicht wieder weiter. Der Junge kann Weihnachten nicht in der Pension sitzen. Aber wenn ich mit zu ihr wollen würde, müsste ich die Abeni überzeugen.  Eine Abeni? Was ist das denn? Jaaaa, sagte Verena, eine Abeni ist ein Hundemädchen, das bei mir wohnt und das etwas anspruchsvoll ist. Hundemädchen? Paaaaaaaaah.. Die wickle ich doch um die Pfote.

Wir haben uns dann ganz oft mit der Abeni getroffen und die Sandra, Verenas Hundetrainerin, hat sich mich auch angeschaut. nachdem dann noch weitere Vorbereitungen getroffen wurden, war es soweit! Am 21.12.2012 holten mich Verena, Andy und Abeni ab. Was habe ich mich gefreut!!

Und dann .. Flippte Abeni völlig aus, als ich mit ihr die Wohnung betrat. Die war so richtig böse. Die wollte mich glatt nicht in der Wohnung haben!

Verena hat mich dann erstmal in ein anderes Zimmer gebracht. Und dann fing ein laaaaaaaaaaaaaanger Weg für uns an. Autofahren mit Abeni.. alles toll.. Büro mit Abeni .. alles super! Spaziergang mit Abeni.. alles wunderbar. Wohnung mit Abeni.. alles doof. So ein Mist!!

Im Haus hatten Abeni und ich dann eigene Bereiche. Dann wurde trainiert und gemanaged wie die Wilden. Ich sollte dann ja erst nur über Weihnachten bleiben, dann bis Ende Januar und dann bis ich endlich eine eigene Familie habe.  Verena war da ganz tricky. ;-) Ich bin dann auch wieder zur Bewegungskünstlerin gegangen, habe ganz tolles frisches Futter bekommen mit vielen Zusätzen und mir ging es immer besser.  Meine Schilddrüse wurde auch behandelt  und meine Schmodderohren.  Abeni nahm mich dann auch mit zum Mantrailing. Coole Sache übrigens. 

Und soll ich Euch was sagen: Vom ersten Tage an, habe ich rein gar nicht verteidigt. Verena hat es mir aber auch ganz leicht gemacht. Essen wird nicht weggenommen, wenn sie es mir gibt, ist es meins. Wenn ich Spielzeug abgebe, gibt’s Leckerlis in Mengen. Verena sagte immer: Ressourcenverknappung führt zur Verteidigung und diese Rangreduktionen sind doch was fürn Poppes.  Ich weiss nicht, was sie meinte, aber irgendwie funktioniert es hier toll.

Leider fanden sich immer noch keine Menschen für mich bzw. es meldeten sich nicht die richtigen. Ich habe als RR ja eh ein paar Ansprüche und als knochenkranker Hund noch ein paar mehr. Ebenerdig sollte alles sein, kein Hundesport, keine kleinen Kinder, keine Rudelfans ( ging ja schon mal in die Buxe), nicht lange alleine bleiben….

Mit Abeni gemeinsam im Haus wurde es langsam immer besser. Gaaaaaaaaaanz langsam. Da hatte Verena eine Idee: Wenn Abeni denkt, dass die Wohnung ihr alleine gehört, brauchen wir eine Wohnung, wo Abeni das nicht denkt. Vielleicht klappt das ja .Umziehen wollten die sowieso. Fortuna hatte dann ihre Hände im Spiel und es wurde genau eine passende Wohnung gefunden. Drei Monate später sind wir dann umgezogen, das war im Juni 2013. Ich war ja immer noch da und habe beim Umzug mitgeholfen.

Und soll ich Euch mal was sagen?! Vom ersten Tage an in der neuen Wohnung konnte Abeni über ihren Schatten springen!! Als wir am ersten Abend gemeinsam auf der Couch lagen, kam wieder so ein feuchtes Zeug aus den Augen von Verena und dabei lachte sie ganz viel. Abeni fand mich nun auch im Haus so richtig toll. Kurz darauf hat Verena verkündigt: Der Goldjunge bleibt. Oma und Opa und Aron und Afra fanden das auch gut.

Seitdem ist hier alles noch viel schöner geworden als es vorher schon war. Ich liebe meine Abeni und Abeni liebt mich, auch wenn sie mich ganz schön anpfeift manchmal. Na ja.. ich nerve sie halt gerne.

Gesundheitlich geht’s mir blendend. So gut, dass meine liebe Frau Dr. Wilms, die mit dem Gold, sogar geweint hat, als sie mich im Sommer nochmal sah. Niemals nicht hätte sie damit gerechnet, dass ich mal so toll aussehe und so schön laufen kann. Na ja, manchmal im Winter habe ich auch ein paar schlechte Tage. Aber da helfen dann die weissen Tabletten super.  Gelernt habe ich auch schon jede Menge. Ich kann sogar ganz vernünftig an der Leine laufen. Alles eine Frage der Motivation, sage ich Euch.  

Manche sagen, dass das genau von Anfang an mein Plan war: Mich so in Verenas Herz zu schleichen, dass sie gar nicht anders kann.  Wenn Ihr ein Geheimnis bewahren könnt... Ich kann es auch auch. ;-)

Ich hoffe, Ihr verzeiht mir meine lange Story, aber so war das nun mal. In meinem kurzen Leben ist viel passiert. Ihr erinnert Euch, ich werde im Februar erst drei Jahre alt. Verena hat gesagt, ich soll das alles aufschreiben, damit die Leute erfahren, wie sich das Leben eines RR entwickeln kann, wenn manche Menschen sich keine Gedanken machen und wie sich das entwickelt, wenn man am Ball bleibt und nicht aufgibt, so wie ich. Vielleicht kriegen dann auch ein paar Kumpels eine Chance, wenn man weiss, dass alles gut werden kann.

Ich bedanke mich von Herzen bei all meinen Paten und bei den Menschen, die an mich geglaubt haben. Ohne Euch hätte der Verein niemals so viel Geld für mich ausgeben können. CT, Ärzte, Gold. Physiotherapie.. das war alles richtig teuer. Dank Euch kann ich heute ein richtig tolles Leben führen!

Ich danke auch meiner Frau Dr. Wilms aus Köln und meiner Martina sowie meiner Lieblingspatentante Birgit. Sollte ich noch jemand vergessen haben, nicht böse sein.. ich danke einfach Euch allen! 

Frohe Weihnachten wünscht Euch

Euer Jack aka Herr Hibbler

<!--[if gte mso 9]>


Hits: 24676 |